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Warmdach und Umkehrdach

Die Dachkonstruktion muss den bauaufsichtlichen Zulassungen entsprechen und die statischen und dynamischen Lasten während der Herstellung und des Betriebes schadlos aufnehmen und ableiten können.

Folgende Konstruktionsarten werden bei genutzten Dächern und Decken unterschieden:

1. Einschalige Bauweise als gedämmtes oder ungedämmtes Warmdach mit oder ohne zusätzliche Abdichtung

Als Sonderformen der einschaligen Bauweise (Warmdächer) gelten:

  • Das WU-Betondach (mit integrierter Abdichtungsfunktion)
  • Das Umkehrdach

2. Zweischalige Bauweise als Kaltdach mit oder ohne Wärmedämmung auf der unteren Schale und einer Abdichtung auf der oberen Schale

Diese Konstruktion bevorzugen wir nicht und wird in der Praxis auch kaum noch gewählt. Die Konstruktion ist normalerweise nur für leichte Belastungen der Belastungsklasse 1, sowie leichte Begrünungsarten und Vegetationsformen geeignet. Außedrdem können die bauphysikalischen Vorgänge durch den Kühleffekt einer Dachbegrünung beeinflusst werden. Deswegen fokussieren wir uns auf dieser Seite auf das Warmdach und das Umkehrdach.

Kontruktive Vorgaben

Die konstruktiven Vorgaben der Anbieter von Konstruktionssystemen sind zu beachten. Der darauf aufzubringende Abdichtungsaufbau richtet sich nach der Werkstoffauswahl und den Vorgaben:

  • der Abdichtungsnormen
  • den Fachregeln für Dächer mit Abdichtungen
  • den eventuellen Europäischen Produktzulassungen
  • den eventuellen bauaufsichtlichen Zulassungen
  • den Hersteller-Verarbeitungsvorschriften

Die Begrünungsarten und Vegetationsformen richten sich nach den konstruktiven Verhältnissen, dem Abdichtungsaufbau einschließlich Schutzschichten und den im Aufbau verwendeten Werkstoffen.

Einschaliges, nicht belüftetes Dach ohne Wärmedämmung – Warmdach

Dachkonstruktionen ohne Wärmedämmung kommen bei Tiefgaragen, Parkdecks, Balkonen in der Regel oberhalb nicht geheizter Räume zum Einsatz. Sie werden mit oder ohne Abdichtung (WUBetondach) ausgeführt. Normalerweise sind sie für die Belastungsklassen 1 bis 3, sowie alle Begrünungsarten und Vegetationsformen, je nach statischer Auslegung aller Funktionsschichten, geeignet.


Warmdach ohne Wärmedämmung

Einschaliges, nicht belüftetes Dach mit Wärmedämmung – Warmdach

Dachkonstruktionen mit Wärmedämmung kommen bei Bauwerken in der Regel oberhalb geheizter Räume zum Einsatz. Beim konventionellen Warmdach ist eine witterungsbeständige Dachabdichtung über der Wärmedämmschicht angeordnet. Normalerweise sind sie für alle Begrünungsarten und Vegetationsformen, je nach statischer Auslegung aller Funktionsschichten, geeignet.

Warmdach

Einschaliges, nicht belüftetes Dach mit Wärmedämmung – Umkehrdach

Bei einem Umkehrdach wird die Dämmung über die Dachabdichtung verlegt. Bei der Begrünung von einem Umkehrdach sind die Dampfdiffusionsvorgänge zu beachten. Über der Dämmung muss eine Sickerschicht und eine Filterschicht eingebaut werden, um die Dämmung vor Staunässe zu schützen. In der Regel sind alle Begrünungsarten und Vegetationsformen möglich.

Dachkonstruktionen mit Wärmedämmung oberhalb der Abdichtung werden bei Tiefgaragen und Parkdecks, Dachterrassen in der Regel oberhalb geheizter Räume eingesetzt. Bei einem Umkehrdach wird die Wärmedämmung über der Abdichtung / Durchwurzelungsschutz verlegt. Hierbei sind bei nachfolgenden Funktionsschichten des Verkehrsaufbaus die Dampfdiffusionsvorgänge zu beachten. Über der Dämmung muss eine Sickerschicht / Dampf-diffusionsausgleichsschicht und eine Filterschicht eingebaut werden, um die Dämmung vor Staunässe zu schützen.

Normalerweise sind sie für die Belastungsklassen 1 und 2, sowie im Einzelfall für Belastungsklasse 3, sowie alle Begrünungsarten und Vegetationsformen, je nach statischer Auslegung aller Funktionsschichten, geeignet.

Umkehrdach